Der Ursprung der Eichsfeldtage

Die Eichsfeldtage bieten die Möglichkeit mit den Freunden unserer Heimat ein mehrtägiges Fest zu feiern. Wir schreiben die Geschichte unserer Vorfahren weiter, wenn Obernfeld 2020 erstmals die Eichsfeldtage ausrichtet. Denn diese haben ihre Heimatverbundenheit mit viel Leidenschaft in der Fremde gelebt, was zur Geburtsstunde der Heimattreffen, den heutigen Eichsfeldtagen, geführt hat.

Wollen wir die Beweggründe unserer Vorfahren verstehen, müssen wir in der Geschichte ca. 130 Jahre in die Vergangenheit reisen, ins ausklingende 19. Jahrhundert. Junge Männer und Väter verlassen das Eichsfeld um z.B. an Rhein und Ruhr ins Berufsleben zu starten oder dort ihr Handwerk auszuüben. Die Ursachen für das Abwandern liegen u.a. im Bevölkerungszuwachs, im Mangel an Rohstoffen, Bodenschätzen und natürlichen Energien in der Region Eichsfeld. Wenig Perspektive und die andernorts aufkommende industrielle Produktion haben den Niedergang der häuslichen Gewerbe, vor allem des führenden Textilgewerbes, zur Folge. Hingegen wirken expandierende und sich modernisierende Städte mit vermehrten Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten anziehend.

Es ist sicher gut nachvollziehbar, dass sich Menschen gleicher Herkunft fernab von Familie und Heimat verbunden fühlen. Wer einmal in anderen Ländern gelebt hat, weiß, dass schon das Hören der Muttersprache als Geschenk empfunden werden kann. Es geht bei den Zusammenkünften um den Austausch von Nachrichten, um das Aufrechterhalten von heimatlichen Sitten und Brauchtum. Ein Beispiel für das gelebte religiöse Bewusstsein in der Fremde ist die zur Tradition gewordene und noch heute stattfindende Marienwallfahrt nach Bochum-Stiepel. 

Sesshaft gewordene Eichsfelder gründen Vereine und organisieren sich. Es entsteht ein Netzwerk, welches Anlaufstelle für Neuankömmlinge ist und Orientierunghilfe bietet. Es war das Bedürfnis die eigene kulturelle Identität in der Vielfalt der Bevölkerungsgruppen nicht zu verlieren. 

 

Eichsfelder Vereine in der Fremde

Der erste offizielle Verein (von später 82 Vereinen) wird 1892 in Essen gegründet, er besteht noch heute und gehört zu den 12 verbliebenen Vereinen. In Kansas City/Missouri entsteht 1939 der entfernteste Verein. Die letzte Vereinsgründung geschieht im Jahr 1980.

 

Bund der Eichsfelder Vereine in der Fremde e.V.

Am 31.07.1910 haben die Vereine den Dachverband „Bund der Eichsfelder Vereine in der Fremde e.V.“ in Herne gegründet. Die Tätigkeiten der Dachorganisation ruhten von 1914 – 1923. Der sehnlich erwartete Wiederbeginn 1924 ist an den in diesem einen Jahr stattfindenden zwölf Vereinsgründungen ablesbar. Alle zwei Jahre treffen sich die Vereins-Delegierten u.a. zur Wahl vom Bundesvorstand. Im Rahmen der Eichsfeldtage 2010 in Teistungen & Gerblingerode feiert der Bund sein 100-jähriges Bestehen. Am 29.08.2015 hat sich der Dachverband auf der Delegiertentagung in Gernrode aufgelöst.

Einer dieser Deligierten ist der aus Obernfeld stammende Bauunternehmer August Morick, gebürtig aus der Rosmarinstraße 7. Mitgründer des Eichsfeld-Vereins in Wanne-Eickel und Bundesvorstandsmitglied. August Morick (1896 – 1973) heiratet 1925 Katharina Kopp, Hauptstraße 37 und zieht mit ihr nach Wanne-Eickel. Mehr aus seinem Leben berichtet die Obernfelder Chronik I ab Seite 342.

 

Nachrichten für Eichsfelder

Informationsquelle und Festigung der Verbindung zwischen Eichsfeldern in Heimat und Fremde ist auch die „Eichsfelder Heimatzeitschrift“, welche in Doppelausgaben zweimonatlich erscheint. Sie bringt aus der Region Eichsfeld Berichte über Kultur, Traditionen, Geschichte, Zeitgeschehen, Wirtschaft, Vereinsleben, Eichsfelder Mundart.  

 

Von den "Heimattagen" über die  „Eichsfelder Heimattreffen“ zu den „Eichsfeldtagen“

Die ersten Heimattage haben 1908 in Essen und 1909 in Dortmund stattgefunden.

Von 1955 bis 1990 hat der Bund der Eichsfelder Vereine in der Fremde e.V. die Eichsfelder Heimattreffen durchgeführt.

Heute wird das Fest der Eichsfelder unter der Bezeichnung Eichsfeldtage vom HVE Eichsfeld Touristik e.V. (Touristischer Dachverband der Region Eichsfeld) vergeben. In der Regel in Zusammenhang mit einem örtlichen Jubiläum. Organisiert wird die Veranstaltung gemeinsam mit dem HVE.

Ziele der Eichsfeldtage sind die Stärkung des Heimatgefühls, das Bekenntnis zur regionalen Identität, die Pflege des eichsfeldischen Brauchtums sowie Kontaktpflege und geselliges Beisammensein.

Die folgende Übersicht der Feste zeigt, dass der zeitliche Abstand zwischen den Festen variiert. 

Das Fest der Eichsfelder seit 1955 KL 20190521 Zuschnitt

 

Die 30. Eichsfeldtage vom 26.-28.06.2020 in Obernfeld

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Nun obliegt Obernfeld die Ehre, aber auch die Verantwortung die 30. Eichsfeldtage vom 26. bis 28. Juni 2020 mit Leben zu füllen. Die Besonderheit des Ausrichtens der Eichsfeldtage in Obernfeld erklärt sich aus dem vergeblichen Bemühungen die Veranstaltung zu den 800-Jahr-Feierlichkeiten im Jahr 1986 für unseren Ort zu gewinnen. Setzen wir den Weg unserer Vorfahren fort und feiern mit Freude und Freunden unsere Heimat. Es wird davon ausgegangen, dass zwischen 5.000 und 10.000 Menschen unser Dorf besuchen werden. Stellen wir unseren Ort und unsere Dorfgemeinschaft in den Mittelpunkt und nutzen die Chance Obernfeld über die Region Eichsfeld hinaus zu präsentieren. 

 

29. Eichsfeldtage in Dingelstädt GT 10.07.2017

EicTage2017 Plakat Dingelstädt

 

28. Eichsfeldtage in Gernrode GT 23.08.2015

 

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